Vier Elztalflieger im Jura oder: Wie man spontan einen perfekten Flugtag erlebt

Text und Bilder von Steffen Wisser

Eigentlich war es nur so eine Idee. Einer dieser Sätze, die normalerweise mit „Man könnte ja mal…“ beginnen und mit „…nächstes Jahr vielleicht“ enden. Nicht so bei Jens, Harry, Franz und Steffen. Am frühen Freitag hatte Jens die spontane Idee: „Komm, wir fahren zum Fliegerfest und Flugtag des Delta- und Paraclubs Hohwacht im Nordjura!“


Gesagt, getan. Am Samstag Schirme eingeladen, gute Laune eingepackt und auf in die Schweiz.


Bereits bei der Ankunft wurde klar: Das war eine hervorragende Entscheidung. Die Mitglieder des DPC Hohwacht empfingen uns mit einer Herzlichkeit, als wären wir schon seit Jahren Vereinskameraden. Besonders beeindruckend: Vereinspräsident Beat Gisin ließ es sich nicht nehmen, uns persönlich die Geländeeinweisung zu geben. Mit viel Engagement erklärte er Startplätze, Flugrouten und die Besonderheiten des Geländes. So etwas erlebt man nicht überall.


Der Nordjura präsentierte sich dabei von seiner schönsten Seite. Sanfte Hügel, weitläufige Ketten, grüne (teilwiese braune) Täler und eine fantastische Aussicht bis weit ins Mittelland. Wer einmal dort geflogen ist, versteht sofort, warum das Gebiet unter Gleitschirm- und Deltapiloten einen hervorragenden Ruf genießt. Durch die langgezogenen Jurakämme ergeben sich oft spannende Soaring- und Thermikbedingungen, die stundenlange Flüge ermöglichen können. Der 50 km entfernte Chasseral war zum Greifen nah.


Wobei „können“ an diesem Tag das entscheidende Wort war.


Denn der Nordwind meinte es zwar gut mit den Startern, bescherte uns aber gleichzeitig die bekannten Herausforderungen der TMA-Basel. Statt unbegrenzter Höhe hieß es: Deckel drauf! Maximal 1.750 Meter AGL und nördlich von Lauwil sogar nur noch 300 Meter AGL. Für jeden Streckenpiloten ungefähr so motivierend wie ein Tempolimit von 30 km/h auf der deutschen Autobahn. Kaum war die Thermik gefunden, erinnerte einen der Luftraum wieder daran, dass man heute nicht in den Himmel wachsen würde.


Also wurde das Beste daraus gemacht. Und das war mehr als genug.

Zwischen Flugbetrieb, Fachsimpeleien und dem regen Austausch mit den Schweizer Fliegerkollegen stellte sich schnell heraus, dass unser schönes Elztal auch jenseits der Landesgrenze bestens bekannt ist. Einige der Hohwachter Piloten waren bereits am Gschasi und am Kandel unterwegs gewesen und berichteten begeistert von ihren Flügen im Schwarzwald. Unser Verein genießt dort einen ausgezeichneten Ruf, was uns natürlich besonders freute.


Mindestens genauso legendär wie die Flugbedingungen war an diesem Tag allerdings die Verpflegung. Der Fliegerburger entwickelte sich schnell zum heimlichen Star des Flugfestes. Saftig, frisch und genau das Richtige nach einem Flug in der Sommersonne. Aber auch die übrigen Speisen ließen keine Wünsche offen. Wer behauptet, Piloten würden nur vom Fliegen leben, war an diesem Wochenende definitiv nicht in Hohwacht.


Zwischen Festzelt, Startplatz und den vielen interessanten Gesprächen verging der Tag wie im Flug. Die entspannte Atmosphäre, die Gastfreundschaft des Clubs und die beeindruckende Landschaft machten den Ausflug zu einem echten Erlebnis. Selbst die Höhenbeschränkungen konnten daran nichts ändern.


Am Ende waren sich Jens, Harry, Franz und Steffen einig: Manche der besten Vereinsausflüge entstehen eben nicht monatelang geplant im Kalender, sondern an einem Freitagabend mit dem einfachen Satz:


„Was haltet ihr davon, morgen in die Schweiz zum Fliegen zu fahren?“


Der Nordjura hat uns begeistert. Das Fliegerfest des Delta- und Paraclubs Hohwacht ebenso. Und eines steht fest: Das war sicher nicht unser letzter Besuch bei unseren neuen Schweizer Fliegerfreunden.


Vielen Dank an Beat und das gesamte Team des DPC Hohwacht für die herzliche Aufnahme, die perfekte Organisation und einen rundum gelungenen Flugtag im Jura!

Text und Bilder von Steffen Wisser

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